Neobiota

Über die Probleme mit eingeschleppten Pflanzen und Tieren

Was sind Neobiota ?

 

Neobiota bedeutet „Neue Lebewesen“ – für ein Gebiet neu. Der größte Teil der Arten, die beabsichtigt oder versehentlich durch Menschen eingeschleppt wurden, stören das ökologische Gleichgewicht. Auf natürliche Weise wären diese gebietsfremden Tiere und Pflanzen (Neozoen und Neophyten) nicht zu uns gekommen.

Was können Neobiota verursachen?
·
Verdrängung heimischer Arten
· Übertragung von Krankheiten auf andere Arten
· Schaden in Land und Forstwirtschaft
· Gesundheitsschäden beim Menschen


Erfolgsrezept gebietsfremder Arten

Jede Art hat ihre Gegenspieler – fressen und gefressen werden. Kommt nun eine fremde Art in ein neues Gebiet, tut sie dies meist ohne ihre Gegenspieler. Das gilt sowohl für Tiere, als auch für Pflanzen. Sie kann sich deshalb gut etablieren und rasch ausbreiten. Meist ist dies mit einem erschreckenden Rückgang der Artenvielfalt verbunden. Hat eine neue Art in der Natur erst einmal Fuß gefasst, ist sie in der Regel nicht mehr zu entfernen.

 


Ein nicht ganz neues Problem




 

 

Der aus Amerika stammende Kartoffelkäfer hätte beinahe Geschichte geschrieben, in dem er in den Kriegsjahren fast die gesamte deutsche Kartoffelernte zerstört hätte, wenn er nicht organisiert abgesammelt worden wäre. Zwar stammt die Kartoffel ursprünglich auch aus Amerika, sie ist aber eine der Kulturpflanzen, die für natürliche Ökosysteme ungefährlich sind.


Ungewollte Gäste

Papageien gehören schon vielerorts zum Stadtbild. Um nur die wichtigsten Neozoen zu nennen, seien noch Rotwangenschmuckschildkröte, Waschbär, Marderhund, Ochsenfrosch, Sonnenbarsch, Wollhandkrabbe oder diverse Flusskrebsarten erwähnt. Doch die Liste der Neophyten ist nicht kürzer: Japanischer Knöterich, Drüsiges Springkraut, Herkulesstaude oder ganz neu Nadelkraut sind nicht mehr wegzudenken. Die aufgeführten Arten verursachen in der Natur oder konkret für den Menschen massive Probleme.

 

Was wird bereits getan?
Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet seit langem das Aussetzen gebietsfremder Arten. Doch vieles geschieht in guter Absicht und ohne Wissen um die Folgen.
Mittlerweile beschäftigt sich auch eine Vielzahl von Spezialisten mit dieser ernsthaften Problematik. Sie versuchen, die Ausbreitung so genannter invasiver Arten zu bremsen oder zu verhindern.

Was können Sie tun?

 

Haben Sie einen Gartenteich oder ein Aquarium? Bevorzugen Sie beim Bestücken heimische Tiere und Pflanzen. Sollten Sie fremdländische Arten halten, stellen Sie bitte sicher, dass diese nicht entkommen können. Beim Gartenteich ist dies fast unmöglich. Krebse und Schildkröten können problemlos über Land gehen. Ungewollte oder zu groß gewordene Tiere werden von manchen Händlern oder anderen Privathaltern abgenommen. Wenden Sie sich bei Fragen an uns oder Ihre zuständige Untere Landschaftsbehörde.

Unsere Natur braucht keine neuen Arten!

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Der Edelkrebs
Durch ausgesetzte Arten gefährdet!
In historischer Zeit lebten Flusskrebse in den meisten Gewässern Mitteleuropas. Auch die Bäche, Flüsse und stehenden Gewässer im heutigen Nordrhein-Westfalen wurden in ihrer Mehrzahl von ihnen besiedelt. Flusskrebse gehören damit zum natürlichen Arteninventar unserer Gewässer.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trat erstmalig in Europa eine bis dahin unbekannte Krankheit auf, die sich unaufhaltsam unter den Flusskrebsbeständen ausbreitete. Noch vor Ende des Jahrhunderts waren die Edelkrebsbestände Mitteleuropas vielerorts erloschen. Diese drastischen Auswirkungen brachten der Krankheit den Namen „Krebspest“ ein.

 

Um die zurückgehenden Bestände der heimischen Flusskrebse auszugleichen, wurde schon vor über 100 Jahren damit begonnen, aus Amerika stammende Flusskrebse in Europa auszusetzen. Dies erwies sich im nachhinein als ein verheerender Fehler, da die amerikanischen Flusskrebse Träger des Krebspest-Erregers sind. Von Natur aus resistent oder zumindest teilresistent gegen diesen Parasiten, können amerikanische Krebse lebenslange Ausscheider des Erregers sein und damit die Krebspest übertragen ohne selbst zu erkranken.

Nur durch die Einführung dieser Arten konnte sich die Krebspest dauerhaft in Europa halten und die heimischen Flusskrebse an den Rand der Ausrottung bringen. Die Krebspest ist ein erschreckendes Beispiel für die Auswirkungen, die das Aussetzen nicht heimischer Organismen haben kann.

In den letzten Jahren tauchten weitere v.a. aus Amerika stammende Flusskrebsarten in unseren Gewässern auf. Diese Tiere wurden meist von Aquarianern ausgesetzt. Da sie bei uns geeignete Lebensräume vorfinden, breiten sie sich aus und verdrängen die heimischen Arten bzw. stellen potentielle Krebspest-Überträger dar. Jedes Gewässer, in dem nicht heimische Flusskrebse vorkommen, ist für unsere stark gefährdeten heimischen Flusskrebsarten als Lebensraum verloren.

Deshalb beachten Sie:

Setzen Sie nie Flusskrebse oder andere Tiere und Pflanzen, die Sie im Zoofachhandel erworben haben, in der Natur aus!

Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Fachhändler oder nehmen Kontakt zu uns auf!
 

Bitte beachten Sie auch unseren Flyer zum Thema Neobiota, der kostenlos beim Edelkrebsprojekt NRW angefordert oder auf unserer Downloadseite herunter geladen werden kann.
 

Kontaktadresse:
Edelkrebsprojekt NRW
Dr. Harald Groß (Projektleiter)
Neustraße 7 – 53902 Bad Münstereifel
Tel.: 0 22 53 / 96 08 59 – Fax: 0 22 53 / 96 08 63


Weitergehende Informationen zum Thema Neobiota erhalten Sie unter:
www.neobiota.umwelt.vdst.de/

www.biologie.uni-rostock.de/zoologie/neozoa.html
www.umweltbundesamt.at/umwelt/naturschutz/artenschutz/aliens/
 

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