Flusskrebse im Zoofachhandel

Informationsbroschüre Zoofachhandel - Kooperation Zoo Zajac - Grundsätze beim Flusskrebshandel

 

Zoofachgeschäfte, die sich den Grundsätzen für den Handel mit Flusskrebsen in Zoofachgeschäften verpflichtet haben:


                 http://www.zoo-zajac.de

 


           http://www.hawi-aquaristik.de

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Informationsbroschüre für den Zoofachhandel

Flusskrebse in Aquarium und Gartenteich - Hinweise zu einem verantwortungsvollen Umgang mit diesen Tieren

Alle Schutzbemühungen für die heimischen Flusskrebse werden ins Leere laufen, wenn nicht parallel dazu durch allgemeine, aber auch gezielte Information das unbedachte Umsetzen von nicht heimischen Flusskrebsen und das Aussetzen von Aquarienkrebsen so weit möglich reduziert wird. Neben der Fischerei sollte besonders der Zoofachhandel Informationen über die Gefahren für die heimischen Flusskrebse erhalten und an den Kunden weitergeben. Durch die Möglichkeit Flusskrebse über das Internet zu bestellen, können Flusskrebse auch ohne Kontakt zu Fachpersonal bzw. fachliche Beratung erworben werden. Um dem Zoofachhandel eine einfache Möglichkeit zur Kundeninformation zu bieten, hat das Edelkrebsprojekt NRW einen Informationsflyer für den Zoofachhandel zur Haltung von Flusskrebsen in Aquarium und Gartenteich herausgebracht. Dieser Flyer ist in einer begrenzten Anzahl beim Edelkrebsprojekt NRW zu bestellen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, diesen Flyer als A4-Version herunterzuladen (Flyer Zoofachhandel - 2. Auflage). Mit der Weitergabe dieser Information an den Kunden zeigt der Zoofachhändler deutlich die fachliche Kompetenz und Verantwortung für die natur. Nicht unerwähnt sollte sein, dass durch eine derartige Information auch allgemein auf die Probleme durch das Aussetzen von nicht heimischen Arten aufmerksam gemacht wird.
 

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Kooperation mit Zoo Zajac (Duisburg) zum Schutz der heimischen Flusskrebse

Das unter der gemeinsamen Trägerschaft vom Naturschutzbund (NABU) NRW und Fischereiverband NRW stehende Edelkrebsprojekt NRW möchte neben der Erfassung der Flusskrebsbestände die Öffentlichkeit über die spezielle Gefährdungssituation der heimischen Flusskrebse informieren. „Besonders der heimische Edelkrebs ist ein erschreckendes Beispiel, welche Folgen das unbedachte Aussetzen von nicht heimischen Arten haben kann“ so Projektleiter Dr. Harald Groß.

Die beiden in NRW heimischen Flusskrebsarten Edelkrebs und Steinkrebs sind in ihrem Bestand vom Aussterben bedroht. Die Hauptursache für die Bedrohung der Krebse ist das Aussetzen von Flusskrebsarten aus anderen Erdteilen. Dabei übertragen die amerikanischen Flusskrebse eine Krankheit, die zum ersten Mal Ende des 19. Jahrhunderts auftrat. Das dadurch ausgelöste Massensterben des bis dahin sehr häufigen Edelkrebses brachte der Krankheit den Namen „Krebspest“ ein.

Wenn sich Flusskrebse im Aquarium gut vermehren, werden sie häufig aus falsch verstandenem Tierschutz ausgesetzt, wodurch Tausende von heimischen Flusskrebsen getötet werden können. Eine zweite Quelle sind Gartenteiche, aus denen Flusskrebse aktiv abwandern. Flusskrebse sind in der Lage, bei feuchter Witterung längere Strecken über Land zu laufen und können so andere Gewässer erreichen. Mehrmals im Jahr gehen dem Edelkrebsprojekt NRW Meldungen von Flusskrebsen ein, die an Land gefunden wurden. Besonders gefährlich ist dabei der häufig im Handel angebotene Marmorkrebs. Die Weibchen dieser Art können auch ohne Geschlechtspartner für Nachwuchs sorgen. Diese Flusskrebsart überlebt in unseren Gewässern und kann die Krebspest übertragen.

Die Zoo Zajac GmbH ist sich dieser Problematik bewusst und möchte in Kooperation mit dem Edelkrebsprojekt NRW ihren Beitrag zum Schutz der heimischen Flusskrebse leisten. „In unserem Kaltwasserbereich wird nur noch der heimische Edelkrebs zum Kauf angeboten!“ so Geschäftsführer Norbert Zajac, der sich wünscht, dass möglichst viele Zoofachgeschäfte diesem Beispiel folgen. Im Warmwasserbereich und auch im Internetverkauf soll der Kunde ausreichend über die Ansprüche der Flusskrebse und über die Gefahren der Krebspest informiert werden. Dazu wird das Verkaufspersonal von Mitarbeitern des Edelkrebsprojektes NRW geschult.

Als offizieller Start dieser Kooperation wird die Wanderausstellung „Flusskrebse in NRW“ ab dem 05.06.09 in den Verkaufsräumen von Zoo Zajac präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Schauaquarium mit heimischen Edelkrebsen. Zusätzlich wird eine Informationstafel zum Thema „Gefährdung der heimischen Flusskrebse“ installiert. Am Eröffnungstag steht Dr. Harald Groß zwischen 14.30 und 16.30 Uhr für Fragen zum Thema „Flusskrebse“ zur Verfügung.

 

http://www.zoo-zajac.de

 
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Grundsätze für den Handel mit Flusskrebsen in Zoofachgeschäften
 

1. Flusskrebsarten
Im Kaltwasserbereich wird ausschließlich der heimische Edelkrebs (Astacus astacus) zum Verkauf angeboten. Im Warmwasserbereich sollten möglichst australische Flusskrebsarten oder Zwergflusskrebse aus tropischen Regionen verkauft werden. Sehr kritisch ist der Handel mit amerikanischen Flusskrebsen zu sehen, die nachweislich in heimischen Gewässern überleben und die Krebspest übertragen können:
- Kamberkrebs (Orconectes limosus)
- Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus)
- Roter Amerikanischer Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) incl. Farbvarianten
- Marmorkrebs (Procambarus spec.) zur Jungfernzeugung ohne Männchen fähig
- Kalikokrebs (Orconectes immunis)

2. Ankauf
Der Ankauf von Edelkrebsen erfolgt nur bei anerkannten Edelkrebszuchten. Ein Ankauf von Edelkrebsen über den Großhandel wird auf Grund der hier bestehenden Gefahr einer Krebspestübertragung als zu unsicher angesehen.

3. Haltung
Die Haltung der Flusskrebse erfolgt in einer angemessenen Dichte. Jedem Krebs steht dabei zumindest eine Versteckmöglichkeit zur Verfügung. Die Menge der angekauften Krebse sollte der Menge der voraussichtlich zu verkaufenden Krebse angepasst werden, um zu lange Hälterung der Tiere zu vermeiden. Die Haltung von Edelkrebsen zusammen mit Fischen oder anderen Organismen, die aus dem Großhandel stammen, ist auf Grund der Gefahr einer Krebspestübertragung abzulehnen. Eine ausreichende und abwechselungsreiche Fütterung hilft, den Kannibalismus v.a. nach Häutungen zu vermeiden.

4. Beratung
Beim Verkauf von Flusskrebsen wird im Hinblick auf die Haltungsbedingungen der Tiere ausreichend und kompetent beraten. Besonders wichtig ist der eindringliche Hinweis, dass exotische Tiere nicht in der Natur ausgesetzt werde dürfen, da sie u.a. durch die Übertragung der Krebspest eine große Gefährdung für die heimischen Arten darstellen. Beim Internetverkauf erfolgt diese Beratung durch der Warensendung beigelegtes Informationsmaterial. Entsprechendes Informationsmaterial ist hier als pdf-Download erhältlich.

5. Transport
Sowohl beim Laden- als auch beim Internetverkauf werden geeignete Transportbehälter benutzt. Eine Versendung bei Frost oder großer Hitze erfolgt nicht.

6. Rücknahme
Bei einer Unverträglichkeit der verkauften Flusskrebse mit anderen Organismen bzw. auf Grund ihres Verhaltens (z.B. Grabtätigkeit) erfolgt eine kostenlose Rücknahme der Tiere durch den Zoofachhandel. Ist eine Rücknahme im Einzelfall z.B. von größeren Tieren nicht möglich, wird an das Edelkrebsprojekt NRW verwiesen.
 

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